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26. SEO Stammtisch Ruhrgebiet – Advanced Tag Manager & HTTP/2 More Pagespeed

Auch der 26. SEO Stammtisch war wieder sehr gut besucht, etwa 45 interessierte Onliner fanden den Weg ins Unperfekthaus in Essen, darunter Altbekannte aber erfreulicherweise auch viele neue Gesichter. Nach der üblichen Vorstellungsrunde standen zwei spannende Vorträge auf dem Programm. Den ersten zum Thema Google Tag Manager Advanced hielt Jan Berens, den zweiten Slot füllte Wahid Rahim mit seinem Vortrag zu HTTP/2 – More Pagespeed. Beides sehr informativ und toll präsentiert! Aber der Reihe nach…

Nach ein paar Willkommensworten gab es vom Veranstalter Axel Gönnemann den Hinweis bzw. die Bitte an die anwesenden Frauen in der Runde, dass der SEO Stammtisch nach mittlerweile fast 6 Jahren auch mal eine weibliche Referentin gebrauchen könnte, gern auch direkt im Doppelpack als eine Art Ladies Night. Also hiermit erneut der Aufruf: Ladies, ihr seid gefragt, also rauf auf die Bühne und lasst uns an eurem Knowhow teilhaben! Ich selbst hab schon ein paar Mal mit dem Gedanken gespielt, was vorzutragen, mich bisher aber immer erfolgreich gedrückt. Das soll sich jetzt ändern, ich find ja auch, ein wenig Frauenpower tut der SEO Szene gut 😉

seo stammtisch ruhrgebiet jan berens

Auf die Vorstellungsrunde folgte dann Jans Vortrag, in dem er vom Einsatz, Nutzen, Setup und neben den Grundlagen auch von Advanced Praktiken des Google Tag Managers berichtete. Auch die Bereiche Sicherheit und Datenschutz wurden behandelt sowie der ein oder andere Pro Tipp gegeben. So war für Tag Manager Neulinge wie auch für „Fortgeschrittene“ einiges an nützlichem Input dabei. Der Google Tag Manager (GTM) ist ein sehr praktisches Werkzeug, wenn es darum geht, IT-Ressourcen zu schonen (oder in manchen Fällen auch zu umgehen ;)) und vereinfacht das Einbinden von Trackingcodes (z.B. Google Analytics, AdWords, Crazyegg, Marin, Tradedoubler, LinkedIn, u.v.m.) und deren etwaigen Änderungen und Anpassungen ungemein, da nicht jedes Mal direkt im Quellcode herumgefruckelt werden muss, sondern alles im Tag Manager passiert.

Variabeln, Tags und Trigger für umfassendes Tracking

Jan erklärte die grundlegenden Funktionen uns gab Einblick in die recht übersichtlich strukturierte Benutzeroberfläche des Tag Managers. Ganz kurz zum Aufbau: Es gibt Konten, Container und ein praktisches Versionsmanagement. Es wird mit Variabeln, Tags und Triggern gearbeitet. Ein simples Beispiel ist das Implementieren des Google Analytics Codes auf einer Website. Als Tag wird Google Analytics ausgewählt, als Variable legt man die Tracking-ID an und stellt aus Datenschutzgründen GA-anonymized auf „true“, als Trigger wird der Seitenaufruf auf „Alle Seiten“ ausgewählt, da der Code in dem Fall ja auf der ganzen Website genutzt werden soll. Und schon ist das Basis-Tracking aufgesetzt. Verschiedene Tags und Trigger ermöglichen eine Vielzahl an detaillierteren bzw. ganz spezifischen Trackingmöglichkeiten (z.B. Event-Tracking). Variablen und Tags gibt es im Google Tag Manager sowohl vordefiniert wie auch benutzerdefiniert, wodurch sich sozusagen unendliche Möglichkeiten ergeben und sich fast alle Szenarien trackbar machen lassen. Doch was natürlich nicht unbeachtet gelassen werden darf, ist dabei jeweils das Einhalten des Datenschutzes.

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Der Tag Manager bietet einen Vorschaumodus und eine Testfunktion, sodass im Vorfeld schon Fehler erkannt werden können. Außerdem sehr hilfreich sind Tools wie das „Tag Assistant Tool“ und „Tag Assistance Recordings“ sowie das „GTM Sonar Tool“. Sie alle bieten Hilfe bei der Kontrolle der Tags und beim Debugging.

Jan stellte noch einige Cases vor, in denen der Tag Manager sehr nützlich sein kann und gab konkrete Beispiele. Wichtig bei jeglichem Einsatz des Tag Managers ist sicherlich, von Anfang an sauber zu arbeiten und zu dokumentieren. Eine konkrete Benennung der Tags vermeidet Verwirrung und eine korrekte Ausrichtung auf die nötigen Zielseiten (und nicht der Einfachheit halber einfach mal immer alle Tags auf allen Seiten einbauen) vermeidet „zugemüllten“, ladeintensiven Quellcode 😉

HTTP/2 – Wirklich besser, schneller, weiter?

Nach einer Pause ging es dann weiter mit Wahids Vortrag, in dem er die neue Version des Netzwerk Protokolls HTTP/2 vorstellte, mit der verbreiteten Version HTTP/1.1 verglich und auf die Vor- und Nachteile einging. Vorteile von HTTP/2 sind Server-initiierte Datenübertragungen (Server-Push, es muss kein Request vorliegen, um Daten zu senden), parallele Übertragung von Dateien über eine Verbindung (Multiplexing) sowie weitergehende Datenkompression für Header (HPACK) und binäre Datenübertragung anstatt Übertragung als Text. Das hört sich erst einmal sehr gut (und sehr schnell) an, doch was durchaus einen Nachteil darstellen kann: Es wird immer HTTPS benötigt. Das wiederum bedeutet, dass es durch HTTP/2 eventuell deutlich langsamer wird. Wie das? Wenn zum Beispiel größere Dateien erst für die Übertragung verschlüsselt werden und von dem jeweiligen Browser wieder entschlüsselt werden, dann ist eine Übertragung über HTTP/2 langsamer als über HTTP/1.1.

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Große Sites wie beispielsweise Twitter oder Google nutzen bereits HTTP/2. Doch was ist nun für meine Website empfehlenswert – bei HTTP/1 bleiben oder zu HTTP/2 wechseln? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, da es auf die jeweilige Seite (und die Art der Verschlüsselung) ankommt. Wenn ich eine Website neu aufsetze, dann ist es durchaus sinnvoll direkt HTTP/2 zu nutzen. Wenn ich eine bestehende Seite habe, kommt es unter anderem auch darauf an, inwieweit diese bereits auf HTTP/1.1 optimiert wurde. Denn viele zum Teil mühselig erarbeitete Ladezeitoptimierungen wären bei dem neuen Protokoll HTTP/2 sozusagen für die Katz, da nicht mehr notwendig, weil HTTP/2 eh schon alles regelt. Maßnahmen wie die Komprimierung von CSS Styles und JavaScript werden obsolet, ebenso Spriting. Wofür das jahrelange Schrauben an der Performance? Wenn also nicht sichergestellt ist, dass die eigene Seite durch die Umstellung auf HTTP/2 deutlich profitiert, sollte man sich als Pagespeed Jünger mit der bis ins letzte Detail ladezeitoptimierten Website weiterhin an HTTP/1.1 halten 😉 Auch wird es den Protokoll Standard HTTP/1.1 noch eine lange Zeit geben, sodass kein Zeitdruck besteht.

Wahids Fazit war dann auch, dass HTTP/2 durchaus ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, aber kein wirklich großer Wurf, da dafür das Protokoll einfach nicht optimal umgesetzt wurde. So wäre es beispielsweise sehr wünschenswert, wenn Entwickler beim Server-Push auch einen Parameter wie „expires“ oder „last-modified“ mitgeben könnten, um das lokale Caching auf diese Weise direkt optimieren zu können.

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All Diejenigen, die gern mal schauen würden, was der Unterschied von HTTP/1.1 zu HTTP/2 auf ihrer Website ausmachen würde, sei der Link von Bastian Grimm ans Herz gelegt. Frohes ausprobieren 😀

Netzwerken und Betrunken Gutes tun

Bevor es nach den beiden Vorträgen ans Quatschen und Netzwerken ging, lieferte Harald Wolf noch einen wichtigen Input. Er rief auf zur zahlreichen Teilnahme an der alljährlichen „Betrunken Gutes tun“ Aktion, die dieses Jahr für den Bereich Ruhrgebiet im Steinmeister in Bochum stattfindet. Am 17.12. ab 19 Uhr ist dort Treffpunkt, für jedes Heißgetränk zahlen die Sponsoren einen Euro (es werden auch noch welche gesucht, bei Interesse bitte bei Harald oder Markus melden) und der Erlös des Abends wird einem guten Zweck gespendet!

Bleibt nur noch zu sagen, danke an alle Beteiligten des 26. SEO Stammtisches und wir sehen uns spätestens im neuen Jahr wieder, zum 27. SEO Stammtisch. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieser im Januar stattfinden. Infos dazu gibt es wie immer vorher auf Facebook und Xing.

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